Lernort Kommune Witzenhausen

Was bedeutet das?

Witzenhausen als Kommune bietet einen vielfältigen Lebensraum, der nicht nur Erwachsenen, sondern gleichwertig auch Kindern und Jugendlichen Möglichkeiten der Mitgestaltung und des Erfahrungsaustauschs ermöglichen kann.

Lernen beschränkt sich nicht auf Bildungseinrichtungen, sondern lässt sich überall da finden, wo Raum für „Selbermachen“ geschaffen wird. Kinder- und Jugendbeteiligung ist ein zentraler Baustein von demokratischer Gesellschaftsgestaltung. Je früher junge Menschen in Verantwortung bezüglich Entscheidungen ihres Lebensraums gelangen, desto eher kann ein bewusster und von Respekt gerahmter Umgang innerhalb einer Kommune gelebt werden. Dieser Prozess der Beteiligung bedarf einer qualifizierten Begleitung.

Lernort Kommune setzt sich aus verschiedenen Teilprojekten zusammen, die Beteiligung und Schutz von Kindern und Jugendlichen, sowie Rahmenbedingungen und Informationen über Kinderrechte und deren Umsetzung vereint.

4 Teilprojekte

  • Vorhaben zur Zertifizierung als „kinderfreundliche Kommune“ (www.kinderfreundliche-kommunen.de)
  • Wir feiern 30 Jahre Kinderrechte mit Aktionen zum Weltkindertag (20.9.19), Tag der Kinderrechte (20.11.19), Weltspieltag (28.5.20) gemeinsam mit dem Deutschen Kinderhilfswerk
  • Fachtage zu Kinder- und Jugendbeteiligung mit Stadtverwaltung und Akteuren weiterer Institutionen
  • Aktionen zu Gedenk- und Erinnerungskultur der Stadtgeschichte in kind- und jugendgerechter Aufarbeitung 

Durch den Schwerpunkt des Vereins der „Stärkung von Kinder- und Jugendrechten & Demokratiebildung“ sieht sich dieser in der Verantwortung, gemeinsam mit der Kommune und den ansässigen Schulen einen gemeinsamen Aktionsplan zu entwickeln und umzusetzen!

Hierzu geht die Stadt Witzenhausen eine Kooperation mit LaLeSchu e.V. zur Durchführung des Vorhabens ein. Die Stadt Witzenhausen beauftragt den Verein durch einen Weiterleitungsvertrag zur Koordinierung des ca. 2 jährigen Prozesses.

Gut aufgestellt

Witzenhausen hat bereits eine gut aufgestellte Kinder- und Jugendarbeit:

  • 2 Jugendpfleger für 16 Ortsteile  
  • Jugendräume in den Ortsteilen, sowie dem Jugendhaus Freiraum in der Kernstadt. 
  • Seit 2008 existiert der Jugendrat, der sich als politisches Gremium bei Entscheidungen, die Jugend ( ab 12 Jahren) betreffen mit einbringen kann. Der Jugendrat verfügt über ein eigenes Budget von 8.000€ jährlich. 
  • umfangreiches Betreuungsangebot von 4 Krabbelgruppen, sowie 12 Kindertagesstätten      
  • 4 Grundschulen, Gesamtschule und Berufsbildende Schule
  • außerschulische Bildungsträger wie Kreisjugendring, Jugendbildungsstätte Ludwigstein, Bildungsprojekt WeltGarten Witzenhausen, MINT-Region Werra-Meißner-Kreis, Volkshochschule, Musikschule… 
  • Diverse Institutionen und Vereine ergänzen ein umfangreiches Programm in den Ferienzeiten oder dem Freizeitbereich

Warum das alles?

Aus einem „Dialog-Forum“ im Januar 2018 zum Thema „Kinder Witzenhausens“ geht hervor, dass die vielen guten Strukturen kaum bekannt sind. Der Jugendrat hat immer wieder Probleme, sich neu aufzustellen, Angebote von unterschiedlichen Trägern können teilweise nicht realisiert werden, weil zu wenige Anmeldungen vorliegen und immer wieder wird behauptet, dass in Witzenhausen „gar nichts geht“!

Wir möchten uns auf den Weg begeben, diesen Fragen nachzugehen, ergründen, warum Realität und gefühlte Wirklichkeit oft weit auseinander liegen und Möglichkeiten schaffen, transparente und übersichtliche Strukturen mit der Zielgruppe Kinder und Jugend Witzenhausens zu entwickeln. 

Zentrales Thema im Vorhaben „Kinderfreundliche Kommune“ ist eine ämterübergreifende Vermittlung der Inhalte der UN-Kinderrechtskonvention und ihre Umsetzung in das Verwaltungshandeln aller Resorts. Das Kindeswohl, seine Rahmenbedingungen in der Stadt, sowie insbesondere die Mitwirkung von Kindern und Jugendlichen sind ein roter Faden in den Empfehlungen für „Kinderfreundliche Kommunen“. Wenn von „Kindern“ gesprochen wird, so ist hier die Altersangabe von 0-18 Jahren Maßstab und bezieht somit Jugendliche mit ein.

„Auch wenn es seit der Verabschiedung der UN-Kinderrechtskonvention vor fast 30 Jahren eine Reihe von Verbesserungen gegeben hat, müssen wir in der Gesamtschau eine anhaltende Ausblendung und Verdrängung von Kinderinteressen feststellen. Wer aber verantwortlich handeln und dabei vor den zukünftigen Generationen bestehen will, muss die Interessen und Rechte von Kindern und Jugendlichen als einen ‚vorrangigen Gesichtspunkt’ für politisches Handeln in den Blick nehmen. Es gilt insbesondere vor Ort in den Kommunen und ihren Einrichtungen die Verbreitung und Umsetzung der Kinderrechte in den Blick zu nehmen. Deshalb freuen wir uns sehr, uns gemeinsam mit der Stadt Witzenhausen und dessen engagiertem Verein LaLeSchu e.V. für die Stärkung der Kinderrechte einzusetzen“, betont Thomas Krüger, Präsident des Deutschen Kinderhilfswerkes.

„Wenn Kinder und Jugendliche sich in ihren Interessen wahrgenommen und bei der Umsetzung begleitet fühlen, binden sie sich emotional an den Ort, an dem das geschieht! Das ist nicht die alleinige Aufgabe von Jugendförderung und anderen Kinder- und Jugendeinrichtungen, sondern beginnt in den Köpfen der Menschen, die Entscheidungen treffen, in den Verwaltungen, in kommunalen Strukturen.“, sagt Katharina Franke (Vorstand LaLeSchu e.V.)